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Dr. med. Werner Bauer
Präsident
8700 Küsnacht, 10.6.00
Kohlrainstr. 1
TEL 01 910 10 20
FAX 01 910 11 67
E-Mail: werner.bauer@hin.ch
JAHRESBERICHT 1999
1. Allgemeines
Das Jahr 1999 hat gezeigt, dass das Kollegium sich mehr und mehr zu einer Institution im Gesundheitswesen entwickelt, das als Gesprächspartner und möglicher Mandatsträger ernst genommen wird. Dabei ist es weiterhin seinen zwei Hauptzielen verpflichtet:
- Verbindungsorganisation zwischen
akademischer und praktischer Medizin
- Dienstleistungsorganisation für die
Trägergesellschaften zur Bearbeitung gemeinsamer Probleme.
Zu den Kernbereichen Weiterbildung und
Forschung kommen zunehmend weitere Aufgaben, die von einer kompetenten
Organisation der medizinischen Grundversorgung bearbeitet werden müssen und
die auch in diesem Jahresbericht dargestellt werden. In Rahmen dieser
Entwicklung ist das Kollegium auch als antragsberechtigte Organisation in die
Ärztekammer der FMH aufgenommen worden. Dass ein Anwachsen der Aufgaben mit
einem entsprechenden Bedarf an Ressourcen verbunden ist, muss nicht besonders
erwähnt werden. Die Sicherstellung der nötigen finanziellen Mittel und
der Aufbau einer effizienten, aber nicht überdimensionierten Infrastruktur
ist deshalb eine der Hauptaufgaben des Stiftungsrates in der jetzigen
Phase.
Nicht zu unterschätzen ist auch der
Wert des Kollegiums als Diskussions- und Koordinationsplattform zwischen den
Trägerorganisationen und mit andern Partnern im Gesundheitswesen. Vieles
was an Zusammenarbeit zwischen den Gesellschaften für Allgemeinmedizin,
Innere Medizin, Pädiatrie und der FMH heute fast schon
selbstverständlich ist, wäre vor der Gründung unserer Stiftung
kaum denkbar und praktisch nicht realisierbar gewesen.
2. Stiftungsrat
Der Stiftungsrat freut sich sehr, dass die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften neu Herrn Prof. Dr. W. Stauffacher delegiert hat. Damit ist die schwere Lücke, die durch den Tod von Herrn Dr. J. Gelzer in den Stiftungsrat gerissen worden ist, wieder geschlossen. Justus Gelzer war uns ein freundschaftlicher, kompetenter Berater, dessen stets klare, durchdachte Meinungsäusserungen von einem überzeugten Engagement und einem grosszügigen Wohlwollen für unsere Institution getragen waren. Wir sind ihm dafür zutiefst dankbar und werden ihn nicht vergessen.
Als Vertreter der Schweizerischen
Gesellschaft für Pädiatrie ist neu Herr Dr.
Pierre Klauser, Genf, eingetreten. Er
ersetzt Herrn Dr. A. Regamey, Morges, dessen interessierte Mitarbeit wir auch an
dieser Stelle bestens verdanken.
3. Klausurtagung
Eine zunehmend wichtige Funktion erfüllen unsere Klausurtagungen. Im Berichtsjahr fand sie am 29. und 30. Januar statt und vereinigte im Anschluss an eine erweiterte Stiftungsratssitzung am Freitagabend und am Samstag Stiftungsräte, Geschäftsführer, Präsidenten der Fachgesellschaften und Vertreter von SAMW, FMH und BAG. Neben der Bearbeitung der traktandierten Geschäfte, bei denen es vor allem auch um die Zuteilung der verschiedenen Arbeitsgebiete an die verschiedenen Organisationen ging, ergab sich die Gelegenheit für informelle Kontakte, Diskussionen und Absprachen, wie sie ausserhalb dieses Gremiums kaum besteht.
4. Projekte und Arbeitsgruppen
Im folgenden werden die gegenwärtig bearbeiteten Projekte und die aktiven Arbeitsgruppen im Sinne eines tour d´horizon kurz präsentiert. Vertiefte Informationen stehen bei den Projekt- und Arbeitsgruppenleitern zur Verfügung, die über das Sekretariat erreicht werden können.
- Aus- und Weiterbildung
Die Arbeitsgruppe befasst sich mit
Stellungnahmen zur laufenden Revision der ärztlichen Ausbildung in der
Schweiz aus Sicht der Grundversorger und bearbeitet die gemeinsamen Aspekte in
den Weiterbildungsprogrammen unserer Fachgesellschaften (tronc commun, branches
ambulatoires).
- Praxisassistenz
Dieses Projekt ermöglicht Assistenten
mit Berufsziel medizinische Grundversorgung Allgemeine Medizin, Innere Medizin,
Pädiatrie) eine mehrmonatige
Weiterbildungstätigkeit in einer
anerkannten Praxis. KHM, VSAO und FMH sind organisatorisch und finanziell daran
beteiligt. Zur Zeit läuft ein dreijähriges Pilotprojekt; die
Vorbereitungen für eine Verlängerung sind schon im Gange, wobei uns
die langfristige Sicherstellung der Finanzierung grosse Sorgen bereitet.
Angesichts des fast uneingeschränkt positiven Echos von Seiten der
beteiligten Assistenten und Praktiker und angesichts der Bedeutung der
ambulanten Weiterbildung für die Zukunft wollen wir alles daran setzen, die
Praxisassistenz definitiv zu etablieren.
- Forschung
Diese Arbeitsgruppe arbeitet an der
Rekrutierung eines Netzes von Kolleginnen und Kollegen, die an
Forschungsprojekten in der Praxis interessiert sind.
Sie beteiligt sich an Forschungsprojekten
und berät Praktiker, die in diesem Bereich aktiv werden möchten. Sie
stellt die eigentliche Schnittstelle zwischen der Forschung im akademischen und
stationären Bereich und derjenigen in der ambulanten Grundversorgung
dar.
- Fortbildung
Im Jahr 1999 hat das Kollegium zum ersten
Mal in Luzern einen eigenen Fortbildungskurs organisiert, der finanziell kein
Verlust, inhaltlich und vom Echo her aber ein erfreulicher Erfolg war. Die
Workshops waren strikte praxisorientiert und wurden von einem Fachspezialisten
und einem praktizierenden Grundversorger gemeinsam gestaltet. Ein
philosophisches Intermezzo und die Präsentation wissenschaftlicher
Arbeiten, die nach der Präsentation durch einen Praktiker mit dem
Instrument der Evidence Based Medicine analysiert wurden, rundeten die Tagung
ab. Für das Jahr 2000 ist am 28. und 29. September ein weiterer, neu
zweitägiger Fortbildungskurs geplant.
- Homepage/Prävention
Wie jede Organisation, die den Anschluss
ans moderne Kommunikationszeitalter nicht verpassen will, steht auch bei uns
eine Homepage im Aufbau. Neben Mitteilungen aus dem Kollegium sind als erste
Dienstleistung schnell abrufbare Informationen aus dem Gebiet der Reisemedizin
vorgesehen (http://www.kollegium.ch).
- Praxislabor
Das KHM hat von der FMH - nolens volens -
den Auftrag übernommen, einen Fertigkeitsausweis Praxislabor zu erarbeiten
und dann zu verwalten. Grundsätzlich war dessen Einführung (auf Niveau
FMH/BSV/Laborgesellschaften) bereits eine beschlossene Sache, so dass wir uns
bemühten, die Anforderungen so praxisgerecht als möglich zu gestalten.
In zunächst harzigen Verhanlungen gelang es, zu einem allseits akzeptablen
Konsens zu finden. Die zukünftigen Inhaber eines Praxislabors werden einen
modular aufgebauten Kurs von 30 Stunden Dauer absolvieren müssen, der ihnen
die Grundlagen für eine fachgerechte und wirtschaftliche Laborführung
vermitteln soll.
-
Qualitätssicherung/Guidelines/Managed Care/Spitex
Auch in diesen Bereichen hat das Kollegium
von den Trägergesellschaften ein Mandat erhalten. Der Stiftungsrat und
unsere Experten sind daran, unser Engagement zu definieren und allenfalls
nötige Strukturen aufzubauen.
5. Ausblick
Es ist offensichtlich, dass das Kollegium von der FMH, von Bundesstellen und anderer Seite zunehmend als Ansprechpartner für Grundversorgerthemen verstanden wird, was uns natürlich freut. Allerdings bedeuten solche Anfragen oft auch beträchtlichen Mehraufwand, so dass der Stiftungsrat sich angesichts der nach wie vor personell und materiell sehr beschränkten Ressourcen die Übernahme jeder neuen Aufgabe reiflich überlegen muss. Schon die Bearbeitung der Anfragen, Vernehmlassungen und verlangten Stellungnahmen belasten eine Milizorganisation wie die unsere bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit.
Porofessionalisierung, Effizienzsteigerung,
langfristige Finanzierungsmöglichkeiten und Rekrutierung von Kolleginnen
und Kollegen für unsere Projektgruppen sind deshalb Dauertraktanden an
unseren Sitzungen.
Bereits angekündigt sind Anfragen im
Hinblick auf ein Engagement des Kollegiums im Rahmen der Realisierung des
Fertigkeitsausweises Hochdosisröntgen, der Dienstarztweiterbildung und der
Evaluation der komplementärmedizinischen Methoden (BSV).
6. Jahresrechnung 1999
Die Jahresrechnung schliesst bei einem Ertrag von 170427.20 Fr. und einem Aufwand von 168528.80 Fr. mit einem Gewinn von 1898.40 Fr. ab.
Die detaillierte Jahresrechnung liegt bei
einem Teil der Adressaten dieses Jahresberichtes bei (kann auch beim Sekretariat
angefordert werden).
Es muss betont werden, dass der
ausgeglichene Rechnungsabschluss nur durch eine äusserst restriktive
Ausgabenpolitik möglich war, die auch vor der Reduktion von
Mitarbeiterentschädigungen nicht Halt machte! Dies lässt sich nur
kurzfristig und nur bei sehr motivierten Kolleginnen und Kollegen
machen.
Es ist klar, dass neue Aufgaben auch im
Hinblick auf ihre Eigenwirtschaftlichkeit hin beurteilt werden müssen und
dass sich das Kollegium wo immer möglich für seine Arbeiten
entschädigen lässt und auch neue Finanzquellen erschliesst. Dennoch
bringt es die Natur unseres Auftrags mit sich, dass nicht jede Aktivität,
zu der wir uns im Interesse der medizinischen Grundversorgung unseres Landes und
deren Träger entschliessen müssen, Geld einbringt. Bei einzelnen
Aufgaben (z.B. Fertigkeitsausweise) fallen auch erhebliche Kosten im Rahmen
einer Vorfinanzierung an.
Wir sind deshalb auf die
Jahresbeiträge unserer Trägergesellschaften und vorderhand auch auf
den Beitrag der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften
dringend angewiesen.
7. Dank
Es ist mir ein besonderes Anliegen, den Mitarbeitern des Kollegiums in allen Bereichen - Stiftungsrat, Geschäftsleitung, Arbeits- und Projektgruppen, Sekretariat - für die freundschaftliche, initiative und kompetente Mitarbeit herzlich zu danken. Eine noch im Aufbau begriffene Organisation wie die unsere lebt vom Elan und der Begeisterung ihrer ersten Crew!
Ebenso danke ich den Vorständen
unserer Trägerorganisationen, ohne deren
ideelle und finanzielle Unterstützung
wir nicht so weit wären, wie wir heute sind.
Dr. W. Bauer
Präsident
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