KHM Logo
KHM Text Über das KHM
Home
Aktuell
Über das KHM
Ausweise
Veranstaltungen
Praxisführung
Praxisassistenz
Klinische Forschung
Tarifgruppe
Fotoalbum
Links
Gesundheits-Coaching
SGIM
SGAM
SGP
SAMW
Medizinische Fakultaeten
PrimaryCare
CIRSmedical
Kontakt

Präsident
Dr. med. Marc Müller-Friedli
Ärztegemeinschaft Joderlicka
3818 Grindelwald

Tel. 033 / 853 11 53
Fax 033 / 853 28 82
E-Mail: marc.mueller@hin.ch


JAHRESBERICHT 2001


1. Allgemeines

Das Jahr 2001 war unter anderem geprägt durch die Revision der Stiftungsurkunde, welche am 15. November abgeschlossen werden konnte. Im Laufe der Jahre hatte sich gezeigt, dass das Reglement vom 24.3.94 doch gewisse, damals unvorhersehbare Hindernisse für den täglichen Gebrauch verbarg. Insbesondere verunmöglicht die juristische Form einer Stiftung eine flexible Anpassung der in der Stiftungsurkunde geregelten Grundlagen an veränderte Arbeitsbedingungen.

Obschon uns von juristischer Seite nicht gerade viel Hoffnung gemacht wurde, ist es uns, dank wohlwollender Mitarbeit des Amtes für Stiftungsaufsicht, gelungen, eine saubere Entflechtung in Stiftungsurkunde und leichter anpassbares Geschäftsreglement zu erreichen, damit das KHM auch im dritten Jahrtausend seinen Stiftungszweck mit voller Kraft erfüllen kann.

Nachdem unser jährlicher Fortbildungskurs in Luzern auch dieses Jahr wieder ein grosser Erfolg war und dem KHM eine gewisse finanzielle Autonomie verschafft, hat die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften uns 2001 zum (vorerst) letzten Mal ihren jährlichen Beitrag von SFr 50'000.- überwiesen. An dieser Stelle sei der SAMW für die grosszügige finanzielle Starthilfe während 8 Jahren nochmals herzlich gedankt, umso mehr als sie sich bereit erklärt hat, den Betrag vorerst als Defizitgarantie stehen zu lassen. Ohne die finanzielle Unterstützung und den personellen Support, zuerst durch den leider viel zu früh verstorbenen Justus Gelzer und jetzt durch Prof. Werner Stauffacher wäre es sehr viel schwieriger gewesen, das zarte Pflänzchen KHM zum starken Baum heranwachsen zu lassen.


2. Stiftungsrat

Anlässlich der Klausurtagung anfangs Februar in Bern übernahm, wie vorgesehen, mit Dr. Marc Müller, Grindelwald, turnusgemäss wieder ein SGAM-Delegierter das Präsidium des KHM, nachdem Dr. Werner Bauer, Küsnacht, zum Präsidenten der SGIM gewählt worden war. Werner Bauer und die Ende 2000 ausgetretenen Stiftungsräte Hans-Ruedi Schwarzenbach und Hädé Seifert wurden an der Klausurtagung gebührend verabschiedet. Alle drei haben im KHM ein weiteres Kapitel ihrer eindrücklichen standespolitischen Laufbahnen im Dienst der medizinischen Grundversorgung unseres Landes geschrieben.

Im Frühjahr 2001 konnte auch der vakante Sitz der Medizinischen Fakultät Bern wieder besetzt werden: Prof. Ulrich Bürgi, der Chefarzt der neu entstandenen Klinik für Allgemeine Innere Medizin (KAIM) hat sich, sehr engagiert, bereits bestens in den Stiftungsrat integriert.


3. Klausurtagung

Am 2./3. Februar 2001 führten wir im Hotel Allegro in Bern wiederum eine Klausurtagung durch, diesmal unter dem Thema "Eine Strategie für die Grundversorger". Dabei versuchten Stiftungsrat und Arbeitsgruppenleiter des KHM zusammen mit verschiedenen Gästen aus dem Umfeld der Grundversorgung eine Art "Corporate identity" für das KHM zu erarbeiten. Koordination zwischen den Grundversorgergesellschaften, Vernetzung der Grundversorger im Gesundheitswesen sowie Übernahme von Leadership in Partnerschaft mit den Stiftergesellschaften wurden dabei als vordringliche Ziele identifiziert, wenn es darum geht, das Ziel der Grundversorger, erster Ansprechpartner der Patienten zu sein und zu bleiben, zu erreichen. Die hohe Kommunikationskultur unter den Tagungsteilnehmern kann dabei durchaus als erster Schritt positiv gewertet werden.


4. Projekte und Arbeitsgruppen

4.1. Aus- und Weiterbildung
Wie jedes Jahr, führte die Arbeitsgruppe anfangs April wiederum ein Seminar für AssistenzärztInnen auf dem Bielersee durch, mit dem Ziel, den Übertritt von der Weiterbildung in die Praxis zu erleichtern. Ende Mai fand das 4. LehrärztInnentreffen in Magglingen zum Thema "Förderung des Selbststudiums im Lernprozess" statt. Dieses Seminar soll als Grundstein einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen dem KHM und den FI(H)Ams der fünf medizinischen Fakultäten dienen.
Ausserdem waren Mitglieder der Arbeitsgruppe an der Erstellung eines Lernzielkataloges für die allgemeinmedizinischen Inhalte des Medizinstudiums beteiligt. Diskussionen über eine bessere Strukturierung der Weiterbildung zum Hausarzt sowie über den Einbezug von Management-Inhalten in die Mediziner-Aus- und Weiterbildung wurden begonnen und sollen in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Arbeitsgruppen der Fachgesellschaften intensiv weitergeführt werden.

4.2. Praxisassistenz
Das Pilotprojekt ging am 30.6.01 zu Ende, es wurde von Dr. Peter Schläppi, IAWF Bern detailliert evaluiert. Zwei Artikel über Aufbau und Durchführung des Projektes (Rindlisbacher, Battaglia, Weiterbildung in Hausarztpraxen, SAeZ 2002, 83 (9):407-9) und seine Evaluation (Schläppi, Hofer, Bloch, Lernform Praxisassistenz bewährt sich, SAeZ 2002, 83 (9): 410-6) werden in der Ärztezeitung publiziert. Das Pilotprojekt wurde durchwegs als sehr positiv beurteilt und wird als reguläres Projekt weitergeführt, auch wenn sich die Finanzierung weiterhin als ziemlich mühsam erweist. Da die Beschaffung von Fremdmitteln bisher fast unmöglich war, ist das Projekt, nebst einem gewissen Lohnverzicht der AssistentInnen, weiterhin auf einen Support durch die Grundversorgergesellschaften und die FMH-Mitglieder angewiesen (inzwischen von der Aerztekammer für weitere drei Jahre zugesichert).
Dieses erfolgreiche Projekt hat massgeblich dazu beigetragen, dass das KHM sich einen Namen als Organisator und Verwalter solch schwieriger Aufgaben schaffen konnte.

4.3. Forschung
Das lange angekündigte EDV-Register der jeweils aktuellen Forschungsprojekte in der ambulanten Medizin ist endlich operativ. Aus diesem Grund wurde es in Form eines Posters an den Kongressen von SGAM, SGIM und KHM vorgestellt. Ausserdem beschäftigte sich die Arbeitsgruppe grundsätzlich mit Kriterien zur qualitativen, strukturellen und quantitativen Beurteilung von Praxisempfehlungen (Guidelines) aus der Sicht der Grundversorger, beteiligt sich an einem nationalen Projekt zur Raucherentwöhnung und an einer Studie der RRMA zur Notfallmedizin.
Weiter sind verschiedene Mitglieder der Arbeitsgruppe in das Projekt des BSV zur Evaluation der Komplementärmedizin involviert. Leider fliessen die Informationen über den Fortgang dieses Projektes noch immer äusserst spärlich.

4.4. Prävention
Der Leiter dieser Arbeitsgruppe, Dr. Maxime Mancini, hat seine Arbeit mit grossem Elan aufgenommen. Nebst seiner Mitarbeit an den Vorbereitungsarbeiten zum SelfCare-Projekt, zusammen mit den Diabetologen und den Apothekern, zum Thema "Früherkennung des Diabetes Typ II", beteiligt er sich zusammen mit selbst rekrutierten KollegInnen ebenfalls (wie die Arbeitsgruppe Forschung) an einem nationalen Raucherentwöhnungsprojekt. Daneben vertritt er die Grundversorger in verschiedenen europäischen (EuroPrev) und weltweiten (Wonca) Gremien, die sich mit Prävention befassen. Wir wünschen uns viele "Nachahmungstäter"!

4.5. Kongress Luzern
Auch der 3. Luzerner Fortbildungskurs war wiederum sehr erfolgreich. Bereits haben ca 400 GrundversorgerInnen an dieser praxisbezogenen, fachlich ausgezeichneten Veranstaltung zum Thema "Wasser" teilgenommen. Dieser Erfolg hat uns im Entschluss bestärkt, definitiv mit der Organisation einer vorerst eintägigen, französischen Parallelveranstaltung in Lausanne für 2002 zu beginnen (3. Oktober 2002, Palais de Beaulieu), um die Verankerung des KHM (oder CMPR) in der französischsprachigen Schweiz zu verbessern.

4.6. Zeitschrift PrimaryCare
Die gemeinsame Grundversorgerzeitschrift PrimaryCare (SGAM und KHM) hat ein sehr erfolgreiches erstes Geschäftsjahr hinter sich. Schon jetzt konnte die SGIM als Guest-Editor gewonnen werden und hat sich die APPM unserem Publikationsorgan assoziiert. PrimaryCare ist auf dem besten Weg, DIE Grundversorgerzeitschrift überhaupt in der Schweiz zu werden. (Auch finanziell trägt PC schon nach einem Jahr nicht unwesentlich zum Gedeihen des KHM bei...).

4.7. Fertigkeitsausweis "Praxislabor"
Die Vorbereitungsarbeiten konnten trotz plötzlicher, politischer Unsicherheiten programmgemäss abgeschlossen werden. Nachdem wir die Vorbereitungsarbeiten zur Schaffung des Fertigkeitsausweises in der Meinung aufgenommen hatten, dieser sei unabdingbar nötig für die Bewilligung, weiterhin ein Praxislabor zu führen, hat uns die FMH kurz nach Publikation der ersten Ausschreibungen eines Besseren belehrt. Nach neuer Lesart wird der Fertigkeitsausweis erst für nach Inkraftsetzung des TarMed in die Praxis übertretende KollegInnen Pflicht sein. Da es aber durchaus möglich ist, dass dereinst aus tarifarischen Gründen auch die bisherigen Laborbetreiber einen Ausweis benötigen werden, bleibt es auch für diese vorteilhaft, den Ausweis jetzt, ohne weitere Bedingungen, zu erwerben. (siehe entsprechende Publikationen) Die Ausweise können im Jahr 2002 verteilt werden. Auch die ersten Kurse für die zukünftigen Laborbetreiber werden 2002 stattfinden.

4.8. Fertigkeitsausweis "Hochdosisröntgen"
Die Ausarbeitung dieses Fertigkeitsausweises ist logistisch anspruchsvoller, da zur Ausbildung der Kandidaten zu nächst die Ausbildner geschult werden müssen. Ausserdem wird ein ausführliches Skriptum zur Einstelltechnik erarbeitet, welches im Internet für alle Interessenten zugänglich sein wird. Die Vorarbeiten sollten im Jahr 2002 abgeschlossen sein. Da unser Sekretariat aus logistischen Gründen nicht in der Lage ist, zwei Fertigkeitsausweise gleichzeitig zu bearbeiten, wird das Verschicken des FA Hochdosisröntgen auch an diejenigen, welche ihn im Rahmen der Übergangsregelungen erhalten werden, erst nach Abschluss des Versandes der Laborausweise möglich sein.


5. Jahresrechnung

Bei einem Ertrag von SFr. 567'056.75 und einem Aufwand von SFr. 542'316.34 resultierte auch in diesem Jahr ein, wenn auch deutlich geringerer positiver Saldo von SFr. 24'740.41. (Die detaillierte Jahresrechnung liegt wiederum bei einem Teil der Adressaten dem Bericht bei oder kann beim Sekretariat des KHM angefordert werden.)

Während auf der Ertragsseite wiederum der erfolgreiche Fortbildungskurs in Luzern zur Steigerung der Einnahmen beigetragen hat, schlagen auf der Ausgabenseite, nebst den aufgrund des neuen Reglements angepassten Entschädigungen der Chargenträger, vor allem Vorleistungen für die beiden Fertigkeitsausweise zu Buche (Sitzungsgelder für die Arbeitsgruppenmitglieder, EDV, Büromaterial).

Obschon erneut ein positiver Saldo erzielt werden konnte, besteht kein Grund zur Euphorie. Insbesondere da die SAMW nach acht Jahren angekündigt hat, ihren jährlichen Beitrag von SFr. 50'000 ab 2003 in eine Defizitgarantie umzuwandeln, wird es genauer Kalkulation bedürfen, um eine finanzielle Balance einhalten zu können.

6. Dank

Dank der Revision der Stiftungsurkunde ist es möglich, die Zusammensetzung des Stiftungsrates wirklich den Bedürfnissen anzupassen, aber auch, ein "winning team" in seiner Zusammensetzung beizubehalten. Dem derzeitigen "winning team" (Stiftungsrat, Arbeitsgruppenmitglieder und allen anderen, die in irgendeiner Form zum Gedeihen des KHM beigetragen haben) danke ich recht herzlich für die erfolgreiche und erspriessliche Zusammenarbeit während des letzten Jahres. Vor allem danke ich meinem Vorgänger Werner Bauer, dass er zugesagt hat, mir trotz seiner enormen Belastung als Präsident der SGIM weiterhin als Stiftungsrat beizustehen.

Ausserdem danke ich Frau Keller und Frau Maag in unserem Sekretariat, dass sie auch bei der enormen Mehrbelastung durch die beiden Fertigkeitsausweise immer freundlich und gelassen das "Nervenzentrum" des KHM unter Strom gehalten haben!




Für den Stiftungsrat
Marc Müller, Präsident