Jahresbericht 2006
Allgemeines
Das Jahr 2006 wird als besonderes Jahr in den Geschichtsbüchern der Schweizer Hausarztmedizin eingehen: erstmals fand am 1. April 2006 eine Hausärztekundgebung auf dem Bundesplatz in Bern statt. Zwölftausend Personen, Hausärztinnen und Hausärzte, begleitet von ihren Familien, Arztgehilfinnen und Patienten, aber auch unterstützt von vielen Spezialisten, haben im Bundeshaus eine Petition «Gegen die Schwächung der Hausarztmedizin» deponiert, die innert 3 Monaten von über 300'000 Personen unterschrieben worden war. Das Medienecho war schon im Vorfeld der Kundgebung gewaltig, Das Thema wurde im Zischtigs-Club des Schweizer Fernsehens DRS abgehandelt, eine Vielzahl von Presseartikeln berichteten über die Anliegen der Hausärztinnen und Hausärzte. Wie schon im Jahresbericht 2005 angedeutet hat im Jahr 2006 die Hausarztmedizin einen gewichtigen Platz auf der politischen Agenda der Schweiz eingenommen. Bund (Bundesamt für Gesundheit) und Kantone (Gesundheitsdirektorenkonferenz) haben Arbeitsgruppen zur Förderung der Hausarztmedizin eingesetzt, am 9. November 2006 wurden die Ergebnisse im Rahmen des Nationalen Plattform für Gesundheitspolitik präsentiert. Viele Türen wurden aufgestossen, so haben verschiedene Treffen mit dem Gesundheitsminister, Bundesrat Pascal Couchepin, stattgefunden, mit Regierungsrat Dürr, dem Präsidenten der GDK und Prof. Thomas Zeltner, dem Direktor des BAG. Vieles ist in Gang gekommen. Die Grundversorger haben sich Gehör verschafft, jetzt gilt es Taten folgen zu lassen.
Stiftungsrat
Neben der traditionellen Klausurtagung im Januar und vier regulären Stiftungsratssitzungen har der Stiftungsrat im vergangenen Jahr eine zusätzliche eintägige Klausursitzung am 24. Juni durchgeführt. Der neue SGIM-Vertreter im Stiftungsrat, Dr. med. Thomas Aeschbach, hat das Erbe unserer langjährigen Aktuarin Silva Keberle (sie wurde im Jahresbericht 2005 verabschiedet) angetreten und sich sofort nahtlos in den Stiftungsrat eingefügt.
Im Rahmen der Klausurtagungen wurde die Strukturreform des KHM vorangetrieben, um die Strukturen unserer Stiftung an die Veränderungen des gesundheitspolitischen Umfeldes anzupassen. Der Stiftungszweck der «Förderung der Zusammenarbeit der Grundversorgergesellschaften in den Bereichen Aus-, Weiter- und Fortbildung, sowie Forschung» hat durch den drohenden Hausärztemangel definitiv eine politische Dimension erhalten, der auch das KHM Rechnung tragen muss. Durch die Schaffung einer «Kerngruppe Strategie und Politik», bestehend aus den jeweils ranghöchsten Vertretern der praktizierenden Allgemeinpraktiker, Internisten und Pädiater, dem Präsidenten des KHM und einem Vertreter der akademischen Hausarztmedizin, soll die Absicht, aus dem KHM einen veritablen Dachverband der Grundversorger zu formen, energisch unterstützt werden. Dabei ist es ein wichtiges Anliegen, auch die stationäre Grundversorgung ins KHM einzubeziehen. Ausserdem haben wir in der überarbeiteten Stiftungsurkunde den medizinischen Fakultäten je zwei Vertreter mit einem gemeinsamen Stimmrecht zugestanden, um sicherstellen zu können, dass auch die Vertreter der akademischen Hausarztmedizin ein Mitspracherecht im Kollegium erhalten. (Die überarbeitete Stiftungsurkunde wurde unterdessen vom Amt für Stiftungsaufsicht genehmigt!)
Klausurtagungen
Um den Prozess der Struktur- und Reglementsreform des KHM möglichst zielführend voranzutreiben, haben wir für die traditionelle Klausurtagung des Stiftungsrates in Grindelwald vom 13./14. Januar 2006 erneut einen externen Moderator engagiert. Mit den geladenen Gästen aus allen Grundversorgergesellschaften wurden anerkannte und umstrittene Tätigkeitsfelder des KHM identifiziert und diskutiert.
Da die Zeit einerseits drängt, wie auch die eingangs erwähnte Kundgebung vom 1. April 2006 bewiesen hat, , aber auch reif ist, um den Platz der Grundversorgung in der schweizerischen Gesundheitspolitik neu zu definieren, haben der Stiftungsrat des KHM zusammen mit Vertretungen der Vorstände der drei Fachgesellschaften SGAM, SGIM und SGP am 24. Juni eine zweite Klausursitzung durchgeführt und dort folgende Hauptpunkte des gemeinsamen Voranschreitens beschlossen:
- Die Grundversorgergesellschaften haben beschlossen, Aufgaben, die alle Gesellschaften betreffen, unter dem Dach des KHM auch gemeinsam anzugehen.
- Die Grundversorgergesellschaften wollen in Zukunft bei gemeinsamen Anliegen mit EINER Stimme sprechen
- Eine «Strategiegruppe» erhielt den Auftrag, die Grundversorgergesellschaften im politischen Tagesgeschäft zu koordinieren und innert zwölf Monaten ein Konzept für eine gemeinsame Grundversorger-Struktur zu erarbeiten. (1)
Projekte und Arbeitsgruppen
- Aus- und Weiterbildung
Die Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung hat ihre Funktion als «Think Tank» im Bereich der Aus- und Weiterbildung der zukünftigen Hausärztinnen und Hausärzte dieses Jahr besonders ernst genommen. Nebst einer Plattform für die Vernetzung der verschiedenen universitären Institutionen für Hausarztmedizin und damit der Förderung der Umsetzung von eigenständigen Hausarztinstituten an allen Fakultäten hat die jährliche Klausurtagung der Arbeitsgruppe die Forderung nach einem einheitlichen eidgenössischen Facharzttitel «Allgemeine Innere Medizin» für alle «geboren» und damit sehr viel kreative Unruhe und Bewegung in die Beziehung zwischen den Fachgesellschaften der Grundversorgung gebracht.
Ausserdem hat die Arbeitsgruppe im 2006 wiederum das bewährte Bielerseeseminar für AssistenzärztInnen und Lehrpraktiker und das 9. Schweizer LehrärztInnentreffen, diesmal in Zürich, durchgeführt.
- Praxisassistenz
Im Jahr 2006 hat sich im Bereich der Weiterbildung in Hausarztpraxen eine politische Trendwende ergeben: Eine Arbeitsgruppe von BAG/ GDK hat sich intensiv mit Finanzierungsmöglichkeiten für die Praxisassistenz befasst und eine Beteiligung der öffentlichen Hand, insbesondere in den Kantonen empfohlen. Damit kommen wir dem Ziel, dass jeder zukünftige Hausarzt zumindest einen Teil seiner Weiterbildung in einer Praxis absolviert, ein schönes Stück näher. Durch die massive Vermehrung der Praxisassistenzen nehmen auch die administrativen Aufwendungen des Board Praxisassistenz deutlich zu und können durch die bisherige Organisationsstruktur nicht mehr zusätzlich übernommen werden. Insbesondere gilt es, die Programmleitung neu zu regeln, da sich die bisherigen Programm-Koleiter, Dr. med. Bernhard Rindlisbacher und Dr. med. Markus Battaglia, zurückziehen möchten. Schon an dieser Stelle sei ihnen beiden für ihren jahrelangen Grossaufwand im Interesse der Weiterbildung des Hausärztenachwuchses unser herzlichster Dank ausgesprochen.
Um den Kantonen auch ein gänzlich unabhängiges administratives Instrument zur Abwicklung der regional entstehenden Praxisassistenzprojekte anbieten zu können, scheint es sinnvoll, das ganze Programm auch juristisch völlig unabhängig zu gestalten. Nach eingehender Prüfung der Rechtslage und der verschiedenen Möglichkeiten zeichnet sich die Gründung einer eigenen Stiftung «Weiterbildung in der Hausarztpraxis» im Jahr 2007 ab.
- Praxisführung
2006 wurde das Weiterbildungsmodul Praxisführung mit 17 Teilnehmenden zum zweiten Mal gestartet. Nach zwei Präsenzteilen und einer längeren Selbst- und Gruppenlernphase, in welchen die Teilnehmenden mit den verschiedenen Aspekten einer Praxiseröffnung und der Praxisführung vertraut gemacht wurden (Finanzen, Businessplan, Personalführung, usw), zeigten sich die Teilnehmenden in der Evaluation mit dem Modul sehr zufrieden. Es erweist sich jedoch weiterhin als sehr schwierig, diese Zielgruppe der zukünftigen HausärztInnen zu erreichen.
- Forschung
Um den Aufwind der Hausarztmedizin, insbesondere seit der Grosskundgebung am 1. April 2006 nutzen zu können, brauchen wir auch überzeugende Argumente für unsere Anliegen und Forderungen und somit eine eigenständige wissenschaftliche Grundlage sowohl für die akademische Lehre wie für die Reorganisation unseres Versorgungssystems. Dabei übernimmt die Arbeitsgruppe Forschung des KHM (FoHAM) eine Schlüsselrolle. Über die finanzielle Unterstützung durch die SAMW haben wir schon im letzten Jahresbericht informiert. Pro Jahr sollen drei HausärztInnen eine Zusatzausbildung zum Hausarztforscher absolvieren können, um so allmählich die kritische Masse bezüglich hausärztliche Forschungskapazität aufzubauen. Ausserdem sollen hausärztliche Forschungsprojekte gefördert und unterstützt werden. An der FoHAM-Retraite 2006 wurde eine Koordinationsstelle Hausarzt-Forschung zum Informationsaustausch unter interessierten hausarztforschern und insbesondere auch mit den fakultären Instituten/Instanzen für Hausarztmedizin konzeptualisiert, ausserdem soll eine kleine Task Force zur Förderung der Forschungskompetenz in der Hausarztmedizin gegründet werden.
Last but not least ist es im Laufe des Jahres gelungen, einen hausärztlichen Forschungspreis zu schaffen, der, mit der finanziellen Unterstützung der Firma Mepha, erstmals am Jahreskongress 2007 des KHM in Luzern verliehen werden kann.
- Prävention
Anstelle des zurückgetretenen Arbeitsgruppenleiters Maxime Mancini hat 2006 Dr. med. Stefan Neuner den Vorsitz in der AG Prävention übernommen. Diverse Anfragen wurden unter Anwendung des im Vorjahr erarbeiteten Kriterienrasters beurteilt und beantwortet. Das Projekt des BASPO zur «Bewegungsförderung im Grundversorgersetting» wurde weiter vorangetrieben, die HausärztInnen sollen nun als Multiplikatoren das Programm verbreiten. Ein Teil der Gruppe beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Projektes zum «Gesundheitscoaching». Ein Pilotversuch soll im Laufe von 2007 im Kanton St. Gallen starten, sobald die Finanzierung gesichert ist. Schliesslich wurde zum 3. Mal der landesweite Grippeimpftag der HausärztInnen durchgeführt.
Durch die Neustrukturierung hat die Gruppe neuen Elan getankt und versucht die Leadership im Bereich der Prävention in den Hausarztpraxen zu übernehmen. Problematisch ist vor allem ein völlig unkoordiniertes Angebot von sich oft überschneidenden Einzelaktionen im Bereich der Prävention, welche allzu viele Ressourcen binden. Nach Meinung des KHM sollte unbedingt eine Art «Swiss Prevention Board» ins Leben gerufen werden, um über eine Präventions-Strategie zu entscheiden. Mittlerweilen ist es uns gelungen, sowohl die Arbeitsgruppe Prävention der FMH als auch den Direktor des BAG von diesem Anliegen zu überzeugen; die Realisierung wird vom KHM in den kommenden Jahren einen ganzen Einsatz erfordern.
- Kongress Luzern
Am 1./2. Juni 2006 fand der 8. Fortbildungskongress des KHM in Luzern statt. Das Branding mit dem KKL Luzern funktioniert bestens. Zum Abschluss des zweiten Vierjahreszyklus zum Thema der Jahreszeiten stand der Kongress unter dem Thema «Winter», mit grossem Erfolg wurden Themen zur kalten Jahreszeit (Wintersport, Erkältungen usw), aber auch zum «Winter des Lebens», dem Alter, den Depressionen abgehandelt, wie gewohnt in der erfolgreichen Art «aus der Praxis für die Praxis», immer gemeinsam von einem Grundversorger und einem Spezialisten. Beim politischen Podiumsgespräch am Freitagmittag haben verschiedene prominente Exponenten des Gesundheitswesens in der Schweiz ein Fazit der Grundversorgerkundgebung vom 1. April gezogen und weitere Schritte aufgezeigt.
Erstmals streifte die Teilnehmerzahl die Tausendergrenze! Der KHM-Kongress dürfte damit hinter dem Kongress der SGIM zum zweitgrössten Ärztekongress der Schweiz geworden sein.
- Kongress Lausanne
In Lausanne wurde das Kongressthema am 15. Juni 2006 aufgenommen, wiederum hat das lokale Organisationskomitee bewusst einen «eigenen» Fortbildungskurs entworfen, angepasst an die besonderen Bedürfnisse der Westschweiz. Die Teilnehmerzahl hat sich in der Grössenordnung von 250 französischsprachigen Grundversorgern eingependelt.
Bei beiden Kongressen haben 2006 leider auch wir die Reduktion der Werbebudgets vor allem bei den grossen Pharmafirmen zu spüren bekommen, was sich in substantiell niedrigeren Kongresserträgen auswirkt.
- PrimaryCare
Im Umfeld der Grundversorgerkundgebung hat unser offizielles Publikationsorgan seinen unschätzbaren Wert bewiesen. Eine gelungene mediatische Vorbereitung des Grossereignisses hat wesentlich dazu beigetragen, dass schliesslich über 12'000 Ärztinnen und Ärzte den Weg auf den Bundesplatz in Bern fanden, und die Folgeberichterstattung «zementierte» sozusagen das Medienecho. Dennoch hat die Zeitschrift auch im Jahr 2006 ein grosses Defizit erwirtschaftet. Aus diesem Grund hat eine Task Force bestehend aus Mitgliedern aller Grundversorgergesellschaften intensiv am geplanten «Neubau» der Zeitschrift unter der Führung des KHM gearbeitet. Bis Ende des Jahres haben wir uns auf ein tragfähiges Konzept geeinigt, welches anfangs 2007 an ausgewählte Verlage zur Ausarbeitung von Konkurrenzofferten verschickt wurde. Nach Ansicht des uns begleitenden Experten, Dr. Hans-Jürg Schlegel, sollte es mit diesem neuen Konzept möglich sein, wieder schwarze Zahlen zu schreiben.
- Fähigkeitsausweis «Praxislabor»
Obschon im Jahr 2006 insgesamt sechs Kurse zur Erlangung des Fähigkeitsausweises durchgeführt wurden, gelang es nicht, die lange Warteliste rasch genug abzubauen. Versuchsweise wurde deshalb im November mit einem neuen Konzept ein Kurs mit 50 TeilnehmerInnen durchgeführt. Nur durch eine Erhöhung der Teilnehmerzahlen kann die grosse Nachfrage befriedigt werden. Die Evaluationsresultate zeigen dabei, dass relativ viele TeilnehmerInnen den Kurs absolvieren müssen, weil er im Weiterbildungsprogramm des Facharzttitels für Allgemeinmedizin gefordert wird, obschon sie zum Zeitpunkt des Kurses bereits wissen, dass sie gar kein Praxislabor betreiben werden. Dieser «Zwang» wirkt sich sehr ungünstig auf die Motivation der Kursteilnehmer aus, umso mehr als die übrigen Grundversorger keine Konsequenzen zu gewärtigen haben, wenn sie keine Laborausbildung absolvieren. Es muss ein Ziel für das kommende Jahr sein, diese Rechtsungleichheit zu klären.
- Fähigkeitsausweis «Hochdosisröntgen»
Das Echo auf die versandte CD mit dem Weiterbildungsprogramm zum dosisintensiven Röntgen war durchwegs positiv. In diesem Jahr wurde nun die französische Version in Angriff genommen. Sie soll 2007 ebenfalls versandbereit sein. Herzlicher Dank gebührt hier vor allem auch der Haute Ecole Cantonale Vaudoise de la Santé in Lausanne für ihre Hilfe. Im Gegensatz zum Praxislabor hält sich die Nachfrage für diesen Fähigkeitsausweis sehr in Grenzen. Trotz nach wie vor bestehender logistischer Schwierigkeiten, die geforderten fünfzig Hochdosisaufnahmen anzufertigen, hat sich hier keine grössere Warteliste entwickelt.
Jahresrechnung
Wie bereits beim Bericht der Kongresse erwähnt, hat sich leider im Jahr 2006 der Gewinn unserer beiden Kongresse substantiell verkleinert. In Luzern gelang es uns zwar, trotz erneut deutlich gestiegener Teilnehmerzahl die Kosten um 5% zu senken, da aber die (Werbe-) Einnahmen um 10% gesunken sind, hat sich der Gewinn um fast 20% verringert. Ausserdem beläuft sich der Anteil des KHM am Defizit von PrimaryCare auf ca 34'000.- Franken, obschon, im Rahmen der Verhandlungen um die Neugestaltung der Zeitschrift, die SGIM eine Defizitbeteiligung von 30'000.- Franken gesprochen hat. (Herzlichen Dank!).
Bei einem Aufwand von 1'683'280.00.- SFr und einem Ertrag von 1'627'545.28 SFr resultierte ein Jahresverlust von 55'734.72 SFr. Damit ist es dank der hervorragenden Arbeit aller Beteiligten im KHM und vor allem dank der sorgfältigen «Geldverwaltung» durch unseren langjährigen «Finanzminister» Dr. med. Christoph Francke immerhin gelungen, ein gegenüber dem budgetierten Verlust um fast 75'000.- SFr besseres Ergebnis zu erzielen. Da in der Folge der politischen Erfolge der Grundversorger im Jahr 2006 die Aufgaben des KHM weiter zugenommen haben und die Anforderungen an einen wirklichen Dachverband stetig steigen, müssen unbedingt auch die Fundamente unserer Rechnung «verstärkt» werden. Dazu haben wir für das kommende Jahr bei den Fachgesellschaften den Antrag gestellt, den pro-Kopf-Jahresbeitrag von bisher (während > 15 Jahren!) 15.- auf neu 25.- SFr zu erhöhen. Ausserdem muss unbedingt durchgesetzt werden, dass mit Aufgaben, welche dem KHM von den Fachgesellschaften übertragen werden, auch die dadurch dort freiwerdenden finanziellen Mittel transferiert werden. Auch 2007 wird PrimaryCare mit Sicherheit nochmals ein Defizit erwirtschaften, die durch den geplanten Umbau entstandene Unsicherheit bei den Inserenten hat sich nochmals negativ auf die Werbeeinnahmen ausgewirkt.
Christoph Francke hat zwar per Ende 2006 seinen Rücktritt erklärt, da er aber, als loyaler Kassier, noch den Jahresabschluss 2006 für uns fertiggestellt hat, hat seine Verabschiedung erst an der Aprilsitzung 2007 stattgefunden. Hier jedoch schon ein vorweggenommenes, grosses Dankeschön!
Auch dieses Jahr liegt bei einem Teil der Empfänger dieses Jahresberichtes die detaillierte Jahresrechnung bei oder kann bei der Geschäftsstelle des KHM angefordert werden.
Ausblick
Für das kommende Jahr 2007 mussten wir erneut ein Defizit von ca 100'000.- SFr budgetieren. Grosse Aufgaben stehen an: Die Erneuerung von PrimaryCare muss abgeschlossen werden. Die Strategiegruppe hat den Auftrag erhalten, das 2006 erarbeitete Konzept eines starken Dachverbandes umzusetzen. Im Rahmen der Strukturreform der FMH wird die neu geschaffene Delegiertenversammlung 2007 ihre Funktion aufnehmen, hier wird das KHM erstmals als Dachverband die Grundversorger repräsentieren. Diese Dachverbandsfunktion hat unsere Geschäftsstelle schon im vergangenen Jahr an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geführt, ein personeller Ausbau tut Not.
Erneut werden wir in Luzern und Lausanne zwei Kongresse organisieren, nach den Elementen und den Jahreszeiten werden wir versuchen thematische «Gegensätze» umzusetzen, beginnend mit «Gut und Böse».
Die Entlassung des Programmes «Praxisassistenz» in seine juristische Unabhängigkeit durchzuführen, ähnlich dem «Flüggewerden» eines heranwachsenden «Kindes», wird 2007 noch einige Kräfte binden..
Last but not least gilt es, all die in der Folge des 1. Aprils aufgestossenen Türen offen zu halten, die vielen positiven Kontakte zu nutzen. Viele spannende Aufgaben warten, packen wir’s an!
Dank
Selbstverständlich wären die mannigfaltigen Aufgaben und Projekte des KHM auch dieses Jahr nicht ohne all die Hilfe von innen und aussen möglich gewesen. Herzlichen Dank deshalb an den Geschäftsführer Ueli Grüninger und seine Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle, Rita Maag und Ursula Laubscher. Ebenso an all unsere Arbeitsgruppenleiter und mitglieder. Dankbar bin ich auch meinen Kolleginnen und Kollegen im Stiftungsrat und in der Strategiegruppe, die meine oft ungestüme Energie kanalisieren und ertragen.
Was wäre ein Dachverband ohne das stabile Gebäude, dessen Dach er sein soll. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Prozess des Zusammenwachsens der Grundversorgergesellschaften auch im vergangenen Jahr ein gutes Stück vorangekommen ist.
Der Wind ist günstig, achten wir darauf, das Schiff vor dem Wind zu halten! Alle zusammen!
Grindelwald, 28.5.2007
Marc Müller, Präsident KHM
(1) «Die Zukunft der Hausarztmedizin Schweiz: eine Stimme, eine Struktur», Ueli Grüninger, PrimaryCare 2006;6:Nr 28-29, 507-510
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